Moral

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Die Ethik ist ist eines der großen Teilgebiete der Philosophie und befasst sich als Sittenlehre mit Moral, die in den modernen Gesellschaften ziemlich untergegangen ist, die aber als Regulierungsfunktion eines Kommunikationssystems unverzichtbar ist.

Bei der Moral handelt es sich um einen Wertekanon bzw. um Verhaltensnormen. Der Begriff stammt ab vom lateinischen Wort 'mores'(Sitte, Gewohnheit, Charakter) ab. und bezeichnet die Verhaltensregeln einer Gemeinschaft.

Im Bereich der Spiritualität sind die Verhaltensregeln anders von den Kräften abgeleitet, die auf dem Pfad zu beachten sind. Sie sollen die richtige Aspiration bewirken und sowohl ein Abweichen auf den schwarzen Pfad verhindern als auch Hindernisse durch Fehlverhalten vermeiden, das Kräfte in eine falsche Richtung lenkt.

Gnadenwahl - aus dem universellen A können Gutes und Böses entstehen

Inhaltsverzeichnis

Yoga

Der Ashtanga Yoga hat als Basis die 5 Kleshas und die 5 Yamas (Sittliche Regeln) :

  • Ahimsa( Nicht-Gewalt )
  • Satya( Wahrhaftigkeit )
  • Asteya( nicht stehlen )
  • Brahmacharya(Bewegung auf das Wesentliche hin, rechte Aspiration, sexuelle Enthaltung [1])
  • Aparigraha(Nicht-Zugreifen : Bescheidenheit)

und danach Niyama, das auch die Hathapradipika lehrt, welches aus

  • Shauca - Sauberkeit, Reinheit
  • Santosha - Genügsamkeit, Bescheidenheit, Zufriedenheit
  • Tapas - Feuer; physische und geistige Strenge und Disziplin
  • Svadhyaya - Selbsterforschung (Introspektion)
  • Ishvarapranidhana - Hinwendung zu Gott(Ishvara)

Die hinduistische Philosophie sieht Vairāgya im Sinne von Leidenschaftslosigkeit, Ablösung oder Verzicht, insbesondere Verzicht auf die Schmerzen und Freuden in der materiellen Welt (Maya) als Mittel zur Erreichung von Moksha an.
Der Ausdruck erscheint in den Yogasutras 1.12 : "abhyāsa-vairāgyabhyāṁ tannirodhaḥ" und in der Bhagavad Gita(6.35, 13.8, 18.52).

Hatha Yoga

Die Hatha Yoga - Pradipika enthält obiges in Asanas 16,17.

  • 15.... zuviel Essen, Anstrengung, Geschwätzigkeit, Verhaftetsein am alten Brauch ...
  • 16. Die 10 Regeln für die Durchführung sind: Gewaltfreiheit, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Genügsamkeit, Versöhnlichkeit, Ausdauer, Mitgefühl, Sanftmut, sorgfältige und sparsame Ernährung und Sauberkeit.
  • 17. Die Niyamas sind: Askese, Ausdauer, Gottvertrauen, Nächstenliebe, Gottesanbetung, studieren der Religion, Schamgefühl, Urteilskraft, Sparsamkeit, Verzichtbereitschaft.

Sie dienen dem rechten Lebensstil und der Erzielung der richtigen Aspiration.

Hinduismus

Der Hindu kennt die 'sechs Feinde' : kama (weltliche Begierden), krodha (Zorn), lobha (Gier, Geiz), moha (Verblendung, geistige Dunkelheit), mada (Hochmut) und matsarya (Eifersucht und Neid). Die Matrikas sind in diesem Zusammenhang zu sehen.

Das Mahabharata erwähnt die Sorge um den Mitmenschen als ein besonders wichtiges Kriterium des Hindu-Dharma: So postuliert etwa das Mahabharata: Mitgefühl und Güte ist der höchste Dharma der Guten (Kap. 13.5–23).

Sr Krishna sagt in Gita 2.66 [2] : Wer nicht im transzendenten Bewusstsein verankert ist, kann weder einen kontrollierten Geist noch eine stetige Intelligenz haben, ohne die keine Möglichkeit zum Frieden besteht...und wie kann Glücklichsein ohne Frieden sein... Verlangen, Zorn und Gier, das sind die 3 Pforten der Hölle, die das Selbst zerstören, deshalb sollte man diese drei aufgeben.

Die Bhagavadgita kennt als wichtige Tugenden : Gewaltlosigkeit (Ahimsa), Wahrhaftigkeit, Zornlosigkeit, Entsagung, Frieden, Nicht-Verleumdung, Mitgefühl für die Lebewesen, Begierdelosigkeit, Milde, Bescheidenheit, Lichtvolle Stärke, Vergebung, Beständigkeit, Reinheit, Fehlen von Feindseligkeit, Nicht-Hochmut – dies sind die Gaben des Menschen von göttlicher Natur. (Kap. 16.2–3)

Krishna äußert sich in Kapitel 16 auch zu Tugenden und Untugenden : Furchtlosigkeit, Wesensreinheit, Standhaftigkeit im Yoga der Erkenntnis, Freigebigkeit, Selbstbeherrschung, Weihehandlung, Selbststudium, Askese, Aufrichtigkeit -- Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, dem Zorn sich nicht hingebend, Entsagung, Ausgeglichenheit, üble Nachrede nicht leistend, Mitgefühl mit den Geschöpfen, frei sein von Verlangen, Freundlichkeit, Zurückhaltung, frei sein von Unstetigkeit -- Würde, Geduld, Entschlossenheit, Reinheit in Handel iund Wandel, Freiheit von Feindseligkeit, Abwesenheit von Überheblichkeit, all diese entstehen für den zu göttlichem Gedeihen Geborenen, Arjuna.[3]

Jainismus

Der Gründer Mahavira führte sein Leben nach fünf großen Gelübden , die noch heute Maßstab für einen Jaina sind:

  1. Ahimsa (Gewaltlosigkeit gegenüber allem Lebendigen)
  2. Satya (Wahrhaftigkeit, Verzicht auf Lüge bzw. einseitige Sichtweisen)
  3. Asteya (Nicht-Stehlen)
  4. Brahmacharya (Keuschheit; für Laien: Verzicht auf außerehelichen Sex)
  5. Aparigraha (Besitzlosigkeit; für Laien: Verzicht auf unnötigen Besitz)

Sikhismus

Hier wird die Gruppe der 5 Übel betont : Kam (Lust), Krodh (Wut), Lobh (Gier), Moh (Verhaftung) und Ahankar (Ego,Ich)

Buddhismus

Die buddhistische Ethik umfasst die Kleshas, die Tanhas, die fünf Shilas, die Anguttaras - zehn unheilsame Akte, welche vermieden werden müssen (Mord, Diebstahl, Unzucht, Lügen, Schimpfen, Verleumden, ununterbrochenes Geschwätz, Begehren, böse Absicht, Irrglaube) sowie die 4 Maras.
Die Paramitas drücken die Moral positiv aus :

  • Mahayana : Freigebigkeit, ethische Richtlinien, Geduld, energisches Bemühen, Meditation, Weisheit
  • Theravada : Gebefreudigkeit, Freigebigkeit, ethisches Verhalten, Sittlichkeit, freiwilliger Verzicht, Entsagung, Weisheit, Willenskraft, Geduld, Wahrhaftigkeit, Standhaftigkeit, Entschlossenheit, mitfühlende Güte, liebevolle Güte, Gleichmut.
  • Erinnerung an Moral (sīlānussati) - ist eine der zehn Betrachtungen (Anussati)

Andererseits warnt der Buddhismus vor den auch im Yoga bekannten Kleshas und vor Haß, Gier und Zorn und bietet dafür z.B. die Sadhana des Bhaisajyaguru an. Viele Yidam-Buddhas wie auch die Dhyani-Buddhas werden auch zur Transformation bestimmter negativer Bewusstseinszustnde praktiziert.

Magie

In der weissen Magie leitet sich die Moral von der Polarität der 4 Elementeprinzipien ab. Das Gewissen entsteht nach Fr. Bardon aus dem Gleichgewicht der 4 geläuterten Elemente. Indirekt leitet sich daraus auch der momentane Zustand der Gesellschaften ab.[4] Der Magier verwendet Introspektion[5] und transformiert die Kräfte.

Nach Bardon (Der Weg zum wahren Adepten) gilt im Rahmen der gebündelten Introspektion:

Das melancholische Temperament(Wasser) in der aktiven Form : Achtung, Barmherzigkeit, Bescheidenheit, Ergebenheit, Ernst, Fügsamkeit, Inbrunst, Innigkeit, Fassungsvermögen, Meditation, Mitleidgefühl, Ruhe, Verinnerlichung, Vertiefung, Vertrauensseligkeit, Verzeihung, Zartheit usw.
In der negativen Form : Gleichgültigkeit, Niedergeschlagenheit, Schüchternheit, Teilnahmslosigkeit, Unnachgiebigkeit, Trägheit usw.

Das phlegmatische Element(Erde) in der aktiven Form : Achtung, Ausdauer, Ansehen, Bedachtsamkeit, Entschlossenheit, Ernst, Festigkeit, Gewissenhaftigkeit, Gründlichkeit, Konzentriertheit, Nüchternheit, Pünktlichkeit, Reserviertheit, Sachlichkeit, Unfehlbarkeit, Verantwortungsgefühl, Verlässlichkeit, Vorsicht, Widerstandsfähigkeit, Zielbewusstsein usw.
In der negativen Form : Fadheit, Fahrlässigkeit, Geringschätzung, Gleichgültigkeit, Gewissenlosigkeit, Menschenscheu, Saumseligkeit, Schwerfälligkeit, Trägheit, Unverlässlichkeit, Wortkargheit usw.

Tao

Die drei zu suchenden Juwelen des Taoismusses (Sanbao) sind : Mitgefühl, Mäßigung und Demut.(Tao Te Ching, Kap. 67)
Den fünf Elementen sind zuzuordnen : Freundlichkeit; Liebe, Freude; Ausgeglichenheit, Offenheit; Rechtschaffenheit, Mut; Sanftheit bzw. Zorn; Haß, Ungeduld; Sorge, Ängstlichkeit; Trauer, Depression; Furcht, Stress;(Nach Mantak Chia)
Der Taoismus kent auch das De (deɪ; pinyin: dé; W–G: te) was mit innere Kraft und Integrität übersetzt wird.

Selbst das Shaolin mit seinen Übungsmethoden in Chan - Meditation, Shaolin Yi Jin Jing Qigong, Tai Chi und Kung Fu lehrt das Wǔ Dé, ein Regelwerk, das im Shaolin Tempel von allen Schülern als wichtiges moralisches Gerüst für alle, die die Kampfkünste studieren, erlernt wird[6].

  • Cí Bēi - Barmherzigkeit
  • Zì Zhì - Selbstbeherrschung
  • Qiān Xū - Bescheidenheit ; Demut
  • Zūn Jìng - Achtung
  • Zhèng Yì - Rechtschaffenheit
  • Xìn Yòng - Vertrauen
  • Zhōng Chéng - Loyalität
  • Yì Zhì - Wille
  • Rěn Nài - Ausdauer
  • Yì Lì - Beharrlichkeit
  • Nài Xīn - Geduld
  • Yǒng Gǎn - Mut

Referenzen

  1. Swami Sivananda : Practice of Brahmacharya
  2. http://nimaipandit.ning.com/profiles/blogs/secret-of-controlling-the-senses-bhagavad-gita-2-66?xg_source=activity
  3. http://www.ramakrishna.de/vedanta/bhagavad-gita16.php
  4. Franz Badron : Der Weg zum wahren Adepten
  5. http://www.universelle-lehre.de/introsd.htm
  6. http://www.shaolin-tempel.eu/shaolin/index.php/de/training/43-wu-de

Literatur

Weblinks


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