Hinduistische Philosophie

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ekam sad vipra bahudha vadanti agnim yamam matariswanam ahuh
- Die Wahrheit ist Eine, die Weisen haben ihr viele verschiedene Namen gegeben.' (Rig-Veda [1])

Die Geschichte der indischen Philosophie wird in drei Perioden unterteilt
1. das vedische Zeitalter (ca. 1500 bis 500 v. Chr.) und
2. die nachvedische Zeit, die ihrerseits in eine

  • klassische (500 v. u. Z. bis 1000) und
  • nachklassische (1000 bis zur Gegenwart) Periode unterteilt wird.

Sieben dieser Sad-darsanas aus der Zeit nach den Upanisaden (ca. 500 v. Chr.) werden allgemein als bedeutsam erachtet.

Grob gesehen existieren in Indien 3 große orthodoxe philosophische Gruppen : Nyāya-Vaisheshika, Yoga-Sāmkhya, Mimānsā-Vedānta.

Die Chārvaka-Schule, der Jainismus und der Buddhismus werden den heterodoxen Systemen zugeordnet.

Die sieben Philosophien

Die 7 orthodoxen Schulen (darshanas) der indischen Philosophie :

  • Nyaya (Gautama): Als Author der Nyaya-Sutras gilt Akshapada. In erster Linie behandelt Gautamas Philosophie die Gesetze der Logik, Analyse und des Wesens des Denkens[2]

Die 4 Methoden der Wissensgewinnung(pramnna) sind hier : Direkte Wahrnehmung der Sinne (pratyaksa), Schlussfolgerung(anumana), Vergleich oder Ähnlichkeit(upamāna) und verbale Mitteilung oder Zeugnis (sabda)

  • Das Navya-Nyaya oder die neue logische Schule der indischen Philosophie wurde im 13. Jahrhundert vom indischen Philosophen Gangesha Upadhyaya begründet. Sein Hauptwerk war Tattvacintāmani (Gedankenjuwel der Wirklichkeit)[3] : Hauptkategorien : Sinne oder Wahrnehmung (pratyaksha), Schlussfolgerung (anumana), Vergleich oder Ähnlichkeit (upamana) und die verbale Mitteilung (shabda)
  • Vaisesika (Kanada): Kanadas naturphilosophische, dualistische und atheistische Lehre behandelt die Atomlehre und verneint die Existenz einer höheren Kraft. Die Realität setze sich aus Seele und Materie zusammen. Letztere besteht danach aus Atomen. (s.a. : Charvaka[4] bzw. Lokayata[5])
  • Samkhya (Kapila): Wie Vaischesschika ist auch das Samkhya eine dualistische Philosophie. Sie beschäftigt sich mit dem analytischem Studium der Materie (Sankhya) und unterscheidet zwischen Materie oder Natur (Prakriti) und zahllosen Seelen (Pumscha). Eine Befreiung kann nur stattfinden, wenn sich die Seele von der Materie löst.
  • Ashtanga Yoga (Jadschnavalkja - von Patanjali systematisch erfaßt): Das Astanga-Yoga wird in den Yogasutras beschrieben: Asta (acht) und anga (Glieder). Der achtfache Pfad soll zum Erkennen des Paramatma (Göttliche Seele) führen und durch geistige Übungen zu Moksha (Befreiung) über den Ishvara - Samadhi. Er überschreitet damit das Ziel des frühen Samkhya.
  • Brahma Mimamsa (Astavakra; Badarajana): Die Macht der Maya (Illusion) lässt die Welt als real erscheinen, Brahman ist die gestaltlose letztgültige Wirklichkeit.
  • Karma-Mimamsa[6] Mimamsa - Lehren (Jaimini): Nach Jaimini stehen die Menschen unter dem Naturgesetz des Karmas, und es existiere kein Gesetz jenseits davon. Gute Handlungen(Punya) führen zu einem glücklichem Leben. Diese Philosophie wurde vom Vedanta - System abgelöst.

Der Mensch hat hier eine unzerstörbare und mit Brahman identische Seele (Atman)[7]. Alle geschaffenen Dinge bilden eine geistliche Einheit. Das Karma beeinflußt die Zukunft des Jivatman.

Durch Moksha (Befreiung) kann der Atman aus dem Kreislauf (Rad) der Geburten und des Samsara erlöst werden. Das Brahma Mimamsa ist monistisch. Es existiert nur eine Wirklichkeit (Brahman), und die Seele (Atman) ist eins mit ihr. Badarajana lehrt, daß zum völligen Verständnis des Brahman Intuition und nicht Logik oder Intellekt erforderlich ist.

  • Brahma-Sutra / Vedanta-sutra (Vyasadeva): Einige Schriften datieren die Enstehung bereits auf 3000 v. Chr. Vedanta bedeutet "das Ende des Wissens".

Im heutigen Hinduismus ist die Karma- bzw. Purva Mimamsa - Philospohie[8] vorherrschend [9].

Jain Philosophie

Im Gedankengut des Jainismus sind die Bausteine der Realität die Seelen(jiva), die Materie (pudgala), Bewegung (Dharma), Ruhe (adharma), Raum (akasa) und Zeit (Kala). Der Raum ist in allen Richtungen unendlich aber nicht überall bewohnbar.[10]

Eine bestimmte Region des Weltraums in der Form eines stehenden Mannes(lokapurusa) mit in die Seite gestemmten Armen[11] ist die einzige Region des Weltraums, die alles enthalten kann, da nur sie mit Dharma, dem Prinzip der Bewegung, durchdrungen ist. Adharma ist ein Prinzip das Objekte an der Bewegung hindert.
Die physikalische Welt residiert in einem schmalen Teil der Mitte des bewohnbaren Raumes. Den Rest des bewohnbaren Universums können Götter oder andere Geisteswesen bewohnen.

Weitere Systeme

Vidyaranya, der Leiter des Sringeri Math des Shankara - Ordens von 1377 A.D bis 1386 A.D., beschrieb in seinem Sarva-darśana-saṅ̇graha (Sarvadarśanasaṅ̇graha, Kompendium der Spekulationen) sogar 16 Systeme : Cārvāka, Buddhismus, Arhata oder Jaina, Purna-Prajna, Nakulisa-Pasupata, Shivaismus, Pratyabhijña, Raseśvara, Vaiseshika oder Aulukya, Akshapada oder Nyaya, Jaimini, Paniniya, Sankhya, Patanjala oder Yoga und Vedanta oder Adi Shankara[12]

Literatur

Referenzen

Weblinks