Anmelden

Citta santana

Aus Spiritwiki

Citta santana (Sanskrit: Citt-saṃtāna : Geistesstrom, Kontinuität des Bewusstseins; tib. sems-kyi rgyud) ist in der buddhistischen Philosophie das Moment-zu-Moment "Kontinuum" (Sanskrit: saṃtāna) des Bewusstseins.
Chitta kann kann grob mit Bewusstsein übersetzt werden, während 'santana' als eine Serie von Ereignissen oder auch als 'Kontinuum' übersetzt werden kann.

Mahayana

Die Vorstellung eines citta-santāna entwickelte sich im späteren Yogacara-Denken, wobei citta-santāna die Vorstellung von ālayavijñāna (das Lagerhausbewusstsein), in dem die karmischen Samen gespeichert waren, ersetzte. Es ist keine "bleibende, unveränderliche, umwandelnde Einheit", wie der Atman, sondern eine Reihe von momentanen Bewusstseinsereignissen.

Dan Lusthaus beschreibt die Entwicklung und die Lehrbeziehungen des Speicherbewusstseins (ālaya-vijñāna) und der Buddhanatur (tathāgatagarbha) in Yogācāra.

Dharmakīrti schrieb eine Abhandlung über die Natur des Geistesflusses in seiner Substantiation of Other Mind Streams (Saṃtãnântarasiddhi). Nach Dharmakirti war der Gedankenstrom eine anfängliche zeitliche Abfolge.

Vajrayana

Der Begriff des Gedankenstroms wurde in Vajrayāna weiterentwickelt, wobei "Gedankenstrom" (sems-rgyud) als ein Strom von aufeinanderfolgenden Augenblicken innerhalb eines Lebens, aber auch zwischen Lebenszeiten verstanden werden kann. Der 14. Dalai Lama hält es für ein Kontinuum des Bewusstseins, das sich über die folgenden Lebenszeiten erstreckt, jedoch ohne ein Selbst oder eine Seele.
Das Bewusstsein des Klaren Lichts besteht also von Moment zu Moment, und dieser Strom von einzelnen Momenten wird niemals unterbrochen.

Theravada

Das Theravada sieht die Welt als eine Kette von Bewusstseinsmomenten(cittakkhana[1]). Jede Einheit des Bewusstseins wird ein Denkmoment (Cittakkhana) genannt, der aus drei Stufen gleicher sehr kurzer Dauer besteht. Er entsteht (Uppada), existiert (Thiti) und löst sich auf (Bhanga), um von einem anderen Denkmoment abgelöst zu werden.
Es unterscheidet dazu noch Bewusstseinsmomente mit demselben Objekt (tadārammaṇa citta)
Folgt eine Gruppe von Dhammas einheitlich und ohne Unterbrechung auf eine andere so wird die vorhergehende Gruppe als samanantara-pratyaya der nachfolgenden Gruppe bezeichnet.

Literatur

  • Lusthaus, Dan (2014), Buddhist Phenomenology: A Philosophical Investigation of Yogacara Buddhism and the Ch'eng Wei-shih Lun, Routledge
  • The Buddhist doctrine of momentariness: a survey of the origins and early phase of this doctrine up to Vasubandhu, Alexander von Rospatt, F. Steiner, 1995

Referenzen

Weblinks