Aurobindo

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Sri Aurobindo und die Mutter

Aurobindo Ghose, * 15. August 1872 in Kolkata; † 5. Dezember 1950 in Puducherry in Südindien war ein indischer Politiker, Philosoph, Hindu-Mystiker und Yogameister des Integralen Yoga.
1879 wurde Aurobindo im Alter von sieben Jahren wurde mit seinen Brüdern nach England geschickt, wo sie in Manchester bei dem Geistlichen William H. Drewett wohnten und seine Brüder die Schule besuchten. Er selbst wurde von Reverend Drewett in Englisch, Latein und Griechisch und von dessen Mutter in Geschichte, Geographie, Arithmetik und Französisch unterrichtet. Nach dem Umzug nach London besuchte Aurobindo ab 1884 fünf Jahre lang die St. Paul’s School in West Kensington. 1890–1892 studierte er in Cambridge und kehrte 1893 von den Engländern wenig angetan nach Indien zurück. Dort vermittelte ihm ein Verwandter des Gouverneurs von Bengalen eine Stelle in der Verwaltung des Fürstenstaats Baroda. Dort arbeitete er zuerst in der Abteilung für Briefmarken, Steuern und Post zuständig. Auf eigenen Wunsch wurde er 1900 zum Professor für Englisch und Englische Literatur am Baroda College ernannt. 1906 begann er mit der Herausgabe des Journals Bande Mataram, das sich zum Sprachrohr der Nationalist Party entwickelte. Er war der prominenteste Führer dieser Partei, wo er die vollständige Unabhängigkeit Indiens als politisches Ziel offen propagierte, wofür er ab 1908 einen Gefängnisaufenthalt hatte.

Währenddessen hatte Aurobindo sich verstärkt dem Studium der indischen Yogalehren gewidmet. 1907 traf er den Guru Vishnu Bhaskar Lele aus Maharashtra, der im Pranayamaübungen lehrte und seine Kenntnisse und Erfahrungen des Yoga stark verbesserte. 1908 traf er einen Mahratta Yogi und entwickelte die Grundlagen seiner eigenen Sadhana. Er führte die Bhagavad Gita und einige Upanischaden mit sich und praktizierte dort heimlich den Yoga der Gita und meditierte nach den Upanishaden.
Nach seiner Freisprechung gab er zum Unwillen der Behörden die Zeitschrift Karmayogin heraus und verlegte daher 1910 seinen Wohnsitz nach Pondicherry in Südindien.
1914 kamen Mirra Alfassa und ihr Ehemann Paul Richard nach Pondicherry, auf dessen Rat er die philosophische Zeitschrift Arya herausgab, in der er bis 1920 die meisten seiner Hauptwerke zum erstmalig veröffentlichte wie The Life Divine (Das Göttliche Leben), The Synthesis of Yoga (Synthese des Yoga), Essays on the Gita (Essays über die Gita), The Secret of The Veda (Das Geheimnis des Veda), Hymns to the Mystic Fire, The Upanishads, The Foundations of Indian Culture (Die Grundlagen der Indischen Kultur), War and Self-determination (Heraklit; Krieg und Selbstbestimmung), The Human Cycle (Zyklus der menschlichen Entwicklung), The Ideal of Human Unity (Das Ideal einer geeinten Menschheit) und The Future Poetry (Die Dichtung der Zukunft).
Am 24. November 1926 hatte er nach eigener Aussage die Bewusstseinsebene des Overmind erlangt, seine spätere Verwirklung war aber das Supramentale.

Aurobindo vereinigt in seiner Person die humanistische Bildung und das Wissen des Westens mit den Weisheitslehren und spirituellen Traditionen Indiens und ist wohl als der größte moderne spirituelle Philosoph zu bezeichnen.
Sri Aurobindo ist vielfach verkannt worden. Sein Supramentales entspricht den Trimurti plus dem Parabrahman. Er war einer der Verfechter der geheimen doppelten Bedeutung der vedischen Schriften und legte diese Bedeutung in seinem umfangreichen Buch "The secret of the veda" offen. Sein Integraler Yoga oder Purna(Ganzheit,Urgrund) - Yoga hat einen betont spirituellen Ansatz und entwickelt das spirituelle Herz und das oberste Chakra.

Inhaltsverzeichnis

Mira Alfassa

1914 lernte Sri Aurobindo Mira Alfassa und ihren Ehemann Paul Richard kennen, der ihn zur Herausgabe der philosophischen Zeitschrift Arya bewegte, in der bis 1920 die meisten seiner Hauptwerke zum ersten Mal veröffentlicht wurden.

1920 kam Mira Alfassa nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Japan zu Aurobindo nach Puducherry zurück. Sie blieb für den Rest ihres Lebens dort und leitete den Haushalt, der sich um Sri Aurobindo gebildet hatte. Sie ist als "Die Mutter" bekannt. Sie gab schließlich das Om Namo Bhagavate als ihr Mantra heraus.

Zitat

"Die Menschheit ist eine mentale Existenz in einem lebenden Körper; ihre Basis ist Materie, ihr Mittelpunkt und Instrument der Geist, und ihre Mitte ist das Leben. Dies ist der Zustand der durchschnittlichen oder natürlichen Menschlichkeit. (Sri Aurobindo-Essays Divine and Human-1910 – 1950-Purna Yoga - I. The Entire Purpose of Yoga ,98)

"...Die ganzen Schwierigkeiten dieser Ungewißheit resultieren aus der Tatsache, daß wir nicht fähig sind, der ganzen Wirklichkeit der Welt wie sie ist ins Auge zu sehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, was diese Welt eigentlich ist und was sie notwendigerweise sein wird. Diese Welt ist zweifellos scheinbar auf Materie aufgebaut. Ihr höchster Ursprung aber ist Geist, und der Aufstieg zum Geistigen muß deshalb das Ziel und die Rechtfertigung ihres Daseins sein und gleichzeitig der Wegweiser zu ihrem Sinn und Zweck.
Die natürliche Schlußfolgerung aber, die aus der Tatsache der Überlegenheit und der Seinshöhe des Geistes gezogen werden kann, ist getrübt durch die falsche oder unvollkommene Vorstellung vom Geistigen, wie sie vom Intellekt in seiner Unwissenheit und seinem allzu hastigen und einseitigen Streben nach Erkenntnis gebildet worden ist. Man hat sich Geist nicht als etwas Alldurchdringendes und als das geheime Wesen unseres Seins vorgestellt sondern als etwas, das von den Höhen zu uns herunterblickt und das uns nur zu diesen Höhen hinaufzieht und vom Rest des Daseins ablenkt. So kommen wir zu der Vorstellung, daß unser kosmisches und unser individuelles Dasein eine große Illusion sei und daß sowohl eine Trennung von diesem Dasein als auch eine Auslöschung sowohl des Individuellen als auch des kosmischen in unserem Bewußtsein unsere einzige Hoffnung und einzige Befreiung sei.
Oder wir bilden uns die Vorstellung, die Erde sei nichts als eine Welt des Leidens und der Versuchung und unsere einzige Hoffnung bestehe in der Flucht in einen Himmel bzw. in ein Jenseits. Hier auf Erden sei keine Aussicht auf das Göttliche für uns. Selbst in einer äußersten Entwicklung auf Erden könne es für den Körper keine Erfüllung geben bzw. keine siegreiche Verklärung und keinen höchsten Zweck, der in diesdem irdischen Dasein erfüllt werden könnte.
Wenn aber das (göttliche) Supramentale existiert und es herabkommt, wenn es zum herrschenden Prinzip wird, so wird alles was dem Denkwesen jetzt unmöglich erscheint nicht nur möglich sondern unvermeidlich.
(Sri Aurobindo, Die Offenbarung des Supramentalen - S. 122)

Literatur

Weblinks


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