Tejobindu Upanishad

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Die Tejobindu Upanishad des Krishna-Yajurveda gehört zu den fünf Bindu - Upanishaden. Die 14 Verse beinhalten die Vedanta - Lehre.

Einleitung von P. Deussen

Den Namen Tejo-bindu »der Punkt (des Anusvâra in Om), welcher die Kraft (Brahman) bedeutet«, führt diese Upanishad wohl nur nach dem Anfangsworte (ähnlich wie Kena und Îçâ), da im übrigen in den vierzehn Versen, aus welchen allein unsere Rezension besteht, weder von Om noch von dessen Moren u. dgl. weiter die Rede ist.

Vielmehr behandeln dieselben in klar geordneter Weise die wichtigsten Hauptstücke der Vedântalehre nacheinander:

Vers 1-2. Schwierigkeit der Meditation (dhyânam).

Vers 3-4. Anforderungen an den zu ihr Berufenen.

Vers 5-8. Die Brahmanstätte als Gegenstand derselben.

Vers 9-11. Die rätselhafte Natur des Brahman.

Vers 12-14. Schilderung des bei Lebzeiten Erlösten.

So klar hiernach der Gedankengang im ganzen ist, so schwierig sind oft die Sätze im einzelnen und nötigen schon den indischen Kommentator zu den halsbrechendsten Exegetenkunststücken. Aber wenn er z.B. v. 9 brahmâṇam statt des erforderlichen brahma mit der Bemerkung hinnimmt, es liege hier nur eine Verwechslung des Genus und eine ebensolche des Kasus (li ga-vibhakti-vyatyayaḥ) vor, – oder wenn er v. 12 fg. die völlig in der Luft hängenden Akkusative lobham usw. dadurch verständlich macht, dass er zu ihnen çritâ na vidur (Subjekt, Kopula, Negation und Prädikat) ergänzt, – so werden wir ihm hier wie in so vielem andern nicht folgen, sondern uns nur vor die Alternative gestellt sehen, ob schon in dem ursprünglichen Autor dieser Verse das Sprachgefühl so völlig abgestumpft war1, oder ob wir es mit einer heillos korrupten Überlieferung zu tun haben.
Für letzteres sprächen die zahlreichen, aber nicht besseren Varianten des Telugudrucks, bei dem diese 14 Verse nur den Eingang der Tejobindûpanishad bilden, worauf dann Erörterungen in Versen und Prosa folgen, welche den Umfang unserer Rezension mehr als dreissigmal übertreffen.

Auszug : Vers 1-2. Die Meditation (dhyânam)

1. Dem Kraftpunkt gilt höchstes Sinnen, das erhaben im Herzen thront,

Subtil, beseligend, kraftvoll, Erst grob, dann fein, dann überfein,

2. Schwervollbringbar, schwererreichbar, Schwer zu schauen, zu gründen schwer,

Schwer ausführbar ist dies Sinnen selbst für Weise und Einsame......

Literatur

Weblinks