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Mysterien von Eleusis

Aus Spiritwiki
Ruinen von Eleusis

Die Mysterien von Eleusis ('Ort der glücklichen Ankunft' - in der Region Attika) fanden ab ca. 1500 v.Chr. statt und wurden vom katholischen Kaiser Valentinianus im Jahre 364 n. Chr. verboten.
Im Zentrum der eleusinischen Mysterien standen die Göttinnen Demeter und Persephone(Kore:'Mädchen'). Es bestehen aber auch Überlagerungen mit dem Dionysos - Kult.

Triptolemos und Kore

Der zugrundeliegende Demeterhymnus entstand im siebten Jahrhundert v.Chr.. Hades entführt darin Demeters Tochter Persephone in die Unterwelt usw.. Ein zentraler Held von Eleusis war auch der in einem geflügelten Wagen fahrende Triptolemos.

Das Zentrum der Mysterien lag im Eleusinion in Eleusis in der Nähe von Athen. Die Hiera Hodos (altgr. Ἱερὰ Ὁδός, neugr. Ιερά Οδός Iera Odos,  : Heilige Straße) war die antike Straße von Athen nach Eleusis, auf der die alljährliche Prozession zu den Mysterien von Eleusis verlief. An der 20,5 km langen Strasse standen in regelmäßigen Abständen Hermesstelen. Die Straße begann am Zwölfgötter-Altar an der Nordwestecke der Agora und verlief weiter durch die antiken Stadtmauern durch das von zwei viereckigen Türmen gesäumte Heilige Tor (Ἱερὰ Πυλή).

Mit den kleineren Mysterienfeiern von Eleusis zu Frühlingsbeginn wurde Persephones Rückkehr in die Welt der Lebenden gefeiert.

Die größeren Mysterienfeiern im Herbst dauerten 5 Tage.

Tempel der Demeter bei Pergamos

Es gab vier Gruppen von Teilnehmern der Mysterien:

  1. Priester, Priesterinnen und Hierophanten
  2. zur Weihe bestimmte Jünglinge
  3. Jünglinge, die schon einmal an der Zeremonie teilnahmen
  4. Eingeweihte(epoptes), die schon an der Epopteia - Einweihungsstufe über die Geheimnisse der Demeter teilgenommen hatten

Die Mysten unterlagen strenger Schweigepflicht bezüglich der Inhalte der Einweihungen. Begleitende Besucher entlang der heiligen Straße nahmen nicht direkt an den Mysterien teil.

Mythos

Grundlage der Mysterien war der Mythos der Demeter, der Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit, und der Raub ihrer Tochter Kore(später Persephone) durch den Unterweltsgott Hades. Dieser Persephone-Mythos wurde hier als das Gleichnis der Unsterblichkeit der Seele interpretiert.

Weihen

Demeter - Pluto

Als Stifter der eleusischen Mysterien galt Eumolpos('der schön Singende'), ein Sohn des Poseidon und der Chione, ein in Ägypten Geweihter, der auch als Ahnherr des hohepriesterlichen Geschlechts der Eumolpiden galt, das immer den Hierophanten oder Hohepriester stellte. Daneben waren die Familien der Keryken beteiligt, die den Daduchen ('Fackelträger') stellten. Als erste Stufe der Weihen wurde das Sýnthema zur Anwendung gebracht, das der Kirchenvater Clemens von Alexandria überliefert hat.

1. Die Kleinen Mysterien('Myesis') wurden zumeist im Monat Anthesterion (Februar-März) abgehalten. Die Priester läuterten die Kandidaten für die Initiation. Dem ging die rituelle Opferung eines Schweines voran(Evtl. als Symbolik der Stufe 7 des universellen Pfades). Daraufhin reinigten sich die Priester selbst rituell in Agrai durch ein Bad am Ostufer des Flusses Ilissos. Zur Vorbereitung auf die Großen Mysterien umfassten sie unter der Leitung eines Mystagogos Opfer, Fasten und ein Besprühen mit Wasser. Ein als heilig angesehenes Schiff wurde während einer Prozession von Frauen getragen (evtl. als Anspielung auf die Arche Noah bzw. Vergleichbares).

2. Die Großen Mysterien ('Teletai') fanden im Monat Boëdromion ('um Hilfe laufen' ; ~August-September) statt, dem ersten Monat des Attischen Kalenders. Sie dauerten neun Einweihungstage.
Am 14. Boedromionie wurden geheiligten Ritualobjekte ('hiera') von Eleusis aus dem Demeter – Tempel nach Athen in das Eleusinion am Fuße der Akropolis gebracht.
Am 15. Boedromion erklärten die Hierophanten die Prorrhesis, den offiziellen Beginn der Riten.
Am 16. Boëdromion der Feiern zog eine Prozession der Aspiranten ans Meer, von denen jeder sein eigenes Ferkel mit sich trug, das am 17. Boedromion nach der rituellen Waschung im Meer in Athen geopfert wurde ([1]). Dieses Ritual symbolisierte sowohl die Reinigung (katharmos) des Opfertieres als auch eine Reinigung der Initianden ([2]), evtl. als Anspielung der Stufe 11 universellen Pfades, auf der Herakles den erymanthischen Eber tötet, was an das Tor der Einweihung führt, die dann zum mystischen Tod führt.
Der 18. Boëdromion wurde auch Epidauria oder Asklepieia genannt, da der Gott der Heilkunst einstens von Epidauros erst nach der Reinigung und den Opfern zu den Mysterien gekommen war. Daher wurden die Rituale wiederholt, so dass Asklepios korrekt initiiert werden konnte.
Am 19. Boëdromion fand schliesslich die festliche Prozession am Athener Friedhof Kerameikos zurück nach dem 20 km westlich von Athen gelegenen Eleusis statt, auf der heilige Gegenstände mitgeführt wurden und der Ruf „íakch’ ô íakche“ erklang. Nachdem die Prozession in Eleusis angekommen war, folgte ein Tag des Fastens in Erinnerung an Demeters Fasten während ihrer Suche nach Persephone. Mit der Einnahme des Kykeon wurde das Fasten abends beendet. Der Hierophant schlug den Gong und verkündete mit lauter Stimme: "Einen heiligen Knaben hat die Herrin geboren, Brimo den Brimos." [3]. Die Geburt des göttlichen Kindes(Brimos) fand hier gegen Ende des Pfades (zu Beginn der Stufe 15 des universellen Pfades) statt.
Am 20. und 21. betraten die Mysten die Telesterion - Halle, wo ihnen die heiligen Reliquien der Demeter gezeigt wurden und die Priesterinnen ihre Visionen der heiligen Nacht bekannt gaben. Hier erfolgte die eigentliche Initiation ( dromena, die getanen Dinge; legomena, die gesprochenen Dinge; deiknymena, die gezeigten Dinge)
Abends folgte die Pannychis, ein die ganze Nacht andauerndes Fest, das von Tanz und Fröhlichkeit begleitet wurde. Die zur Weihe bestimmten Jünglinge tanzten auf den Rharischen Feldern wie Dionysos in Mädchenkleidern. Es ging die Sage, die Felder seien der erste Fleck Erde, auf dem Getreide gewachsen sei. Die Feiern klangen mit einem Stier-Opfer (15.1) im Hof aus.
Am 22. Boedromion ehrten die neu Eingeweihten den Tod mit Riten für die Toten(15.2) durch ein Trankopfer aus besonderen Behältnissen mit dem Ausgießen zweier Gefäße, wobei die Mysten "hýe-kýe – regne, empfange" gesungen haben sollen. Nachtgöttinnen treten auch an einer entsprechenden Stelle des Gandavyuha-Sutra ab Abschnitt 31 auf. Die Mysterien von Eleusis endeten am 23. Boedromion, und alle Besucher kehrten wieder in die Heimat zurück.

Kykeon

Ninnion - Votivtafel aus Eleusis mit Darstellung der Mysterien

Ein für die Riten zentraler Rauschtrank war Kykeon. Ob dieser wirklich von den Mysten getrunken wurde ist aber nicht sicher.
Kykeon (altgr. κυκεών : Gemisch, Gemenge) war im antiken Griechenland ein Mischtrank aus Getreide und Wasser, auch ein mit Poleiminze gewürztes Getränk aus Wasser und Gerste. Bei Homer besteht er aus Gerstengraupen (ἄλφιτον), geriebenem Ziegenkäse und pramnischem Wein. Im von der Zauberin Kirke für Odysseus zubereiteten Kykeon befand sich außerdem noch Honig. Die Zubereitung war hier wohl eher dicklich, da sie sitos (σῖτος ‚Speise‘) und nicht wie in der Ilias potos (πότος ‚Getränk‘) genannt wird.

Im homerischen Hymnus ist Kykeon der Trank, den Metaneira der von der verzweifelten Suche nach der von Hades geraubten Persephone erschöpften Demeter reicht, d.h. evtl. als Anspielung auf das Amrita.

Literatur

  • Pallas Athene. Ein aphoristisches Wörterbuch, Anton Fähnrich, Leitmeritz, C. W. Medau 1840 , auch PDF rechts oben!
  • Mylonas, George E. Eleusis and the Eleusinian Mysteries. Princeton University Press, Princeton NJ 1974, ISBN 0-691-00205-3
  • Clemens von Alexandrien , Protrepticus , 2. Jhd.
  • Uxkull, Woldemar, Baron von, 1860 : Die eleusinischen Mysterien : Eine Rekonstruktion, Berlin : A. Unger 1927
  • Kevin Clinton: Stages of initiation in the Eleusinian and Samothracian Mysteries; In: Michael B. Cosmopoulos (Hrsg.): Greek Mysteries. The Archaeology and Ritual of Ancient Greek Secret Cult. Routledge, London, 2003, ISBN 0-415-24873-6, S. 50-78.
  • Oscar Schütz: Zwei orphische Liturgien
  • Die Mysterienheiligtümer in Eleusis und Samothrake, Otto Rubensohn, published 1892
  • Greek religion and mythology : Demeter
  • Die Mysterien von Eleusis in rhetorisch geprägten Texten des 2./3. Jahrhunderts nach Christus, Riedweg, Christoph, Classical philology 1988
  • Isis regina - Zeus Sarapis: Die griechisch-ägyptische Religion nach den Quellen dargestellt, Reinhold Merkelbach, Saur 2001, ISBN 3-589-77427-3
  • Frickel : Hellenistische Erlösung in christlicher Deutung, Die gnostische Naassenerschrift, Rekonstruktion der Anthropos, Reihe: Nag Hammadi Studies, Band: 19, 1984, ISBN: 978-90-04-07227-5
  • Zu den Hymnen des Dionysius und Mesomedes, Theodor Bergk, Rheinisches Museum für Philologie, Neue Folge, 9. Jahrg. (1854), S. 306-311 published by: J.D. Sauerländers Verlag
  • Jarl Fossum: The Myth of the Eternal Rebirth. Critical Notes on G. W. Bowersock, „Hellenism in Late Antiquity“. In: Vigiliae Christianae 53/3 (August 1999), S. 305–315, hier S. 310. Zu Brimo: Apollonios von Rhodos: Argonautica 3.861; zu Brimos: Orphischer Hymnus 24 (an die Nereiden).
  • Archive.org : Eleusis

Referenzen

  1. Eliade: Geschichte der Religiösen Ideen. Freiburg, Basel, Wien 1978, S.272
  2. Kerényi, K. : Die Mysterien von Eleusis. Zürich.1962, S.105
  3. Messianismus und Mysterienreligion, I. Heinemann, Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, Jahrg. 69 (N. F. 33), H. 9/10 (September/Oktober 1925), pp. 337-355

Weblinks