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Eurydike

Aus Spiritwiki
Orpheus und Eurydike

Eurydike (griech. eurys : weithin, dikein: sagen, sprechen ; Εὐρυδίκη die weithin Redende; Eurydikē "breite Gerechtigkeit") ist eine thrakische Dryade (Baum-Nymphe).
Die Wortbedeutung bezieht sich auf die Sage von Orpheus und Eurydike. Nach Karl Kerényi könnte sie auch Argiope(die mit dem weißen Gesicht) geheißen haben.

In der Tragödie Antigone des griechischen Dichters Sophokles ist Eurydike die Gattin Kreons, des Regenten von Theben(in der älteren Überlieferung war es Henioche('Wagenlenkerin') - auch ein Beiname der Hera in der böotischen Stadt Lebadeia). Mit ihr war Kreon der Vater von drei Söhnen: Haimon, Megareus (auch Menoikeus), Lykomedes und der Tochter Megara.

Orpheus - Mythos

Eurydike heiratete Orpheus nach seiner Rückkehr vom Argonautenzug.
Als Aristaios(Sohn des Apollon und der Nymphe Kyrene) eines Tages versuchte, sie zu vergewaltigen, floh sie vor ihm, trat dabei aber auf eine Schlange und starb an deren Biss. Letzeres wurde allerdings erst in Rom hinzugedichtet. Ihr Tod ist ungeklärt.
Dem magischen Klang seiner Leier vertrauend, folgte Orpheus ihr wehklagend in den Hades.
Der Fährmann Charon soll sogar den Kahn verlassen haben, mit dem er die Toten über den Acheron zu führte, um Orpheus zu folgen.
Selbst der Höllenhund Kerberos bellte nicht mehr, und alle Verdammten hatten für diese Zeit Ruhe von ihren Qualen: Ixion, Tityos, Sisyphos, Tantalos und die Töchter des Danaos.
Auch Persephone war gerührt. Sie erlaubte Orpheus, Eurydike wieder mit sich hinaufzuführen, wobei er sie dabei allerdings nicht anschauen durfte. Als er es doch tat, wurde sie ihm von Hermes, dem Götterboten und Seelengeleiter, endgültig entrissen.(Nach anderer Darstellung antiker Bildwerke berührte Eurydike ihn leicht von hinten).
Nach einer anderen Version bat Orpheus den Totengott Hades, unterstützt von einem Lied und den Klängen seiner Leier, Eurydike freizugeben. Die Musik berührte Hades so sehr, dass er es Orpheus gestattete, Eurydike mitzunehmen unter der Bedingung, er dürfe sich erst nach ihr umschauen, nachdem sie beide die Oberwelt erreicht hätten.
Der in die Oberwelt zurückgekehrte trauernde Orpheus wird von Mänaden in einer allgemeinen Raserei erschlagen und zerrissen. Kopf und Leier werden nach dem Mythos an die Insel Lesbos gespült. Die Leier wird von Apollon zum Sternbild erhoben.

  • Die Geschichte erinnert an den mystischen Tod auch des Menschlichen, das der Eingeweihte zurücklässt, und damit an die Wiedergeburt der Stufen 13 und 14 des universellen Pfades.

Quellen

  • Ovid, Metamorphosen 10
  • Apollodorus 1.3.2
  • Pausanias, Beschreibung von Griechenland, 9.30
  • Virgil, Georgics 4.453
  • Platon, Symposium
  • Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie : Eurydike
  • Heinrich Wilhelm Stoll: [Henioche in: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,2, Leipzig 1890, Sp. 2035

Weblinks