Brahman

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Brahman (Sanskrit : bráhman) bezeichnet im hinduistischen Verständnis eine ewige, unveränderliche, unendliche, immanente und spirituelle Realität, welche den Urgrund von allem darstellt.

Veden

In den Veden bedeutet 'Brahma' (ब्हह्म) (Nom. Singular), Brahman (ब्हह्मन्) (Stamm) (Neutrum Geschlecht) aus der Wurzel bṛh-, "zu sein oder fest, stark, solide zu sein oder zu machen; zu erweitern, zu fördern".

Die älteste Bedeutung des Wortes Brahman in den Veden ist heiliges Wort oder heilige Formel:

  • Am Anfang war Prajapati. Mit Ihm war das VAK, und VAK war wahrhaftig das höchste Brahman."(Rig Veda)

Das Brahman gewann hier die allgemeine Bedeutung einer "heiligen Kraft". Damit entspräche es der sog. shabda-Urschwingung der Trimurti, was auch als Shabda - Brahman bezeichnet wird (s.a. Shatpatha Brahmana 3.12.48, 6.16.51, 11.21.36; Brihadaranyaka Upanishad IV.i.2 ; Maitri Upanishad VI.22).

Später wird weiter zwischen Para Brahman, dem höchsten Brahman, Nirguna-Brahman(ohne Form bzw. Eigenschaft, cit) und Saguna-Brahman(Visishtadvaita von Ramanuja, Dvaita : unendliche glückverheißende Qualitäten) unterschieden, bzw. daneben zwischen höherem und niederem Brahman.

Advaita Vedanta

Der Ishvara zählt im Advaita zum Nirguna-Brahman. Das Konzept des Naḍa und des Naḍa-Brahman erscheint schon in der Sāttvata Samhita(Bhagavata Purana) bzw. im Sāttvata Tantra und in der Jayākhya Samhita.

Adi Shankaracharya erklärt in "Viveka Chudamani, Verse 236-238:
Was ein Ignorant fälschlicherweise wahrnimmt, ist nichts als absolute Realität (Brahman). Was er als Silberglanz sieht, ist nichts anderes als ein Perlmutt. Brahman offenbart sich als dieses Universum. Was versehentlich der absoluten Realität zugeschrieben wird, ist nur ein Name. Also, was auch immer offenbart, es ist die Höchste Wirklichkeit, Brahman selbst. In sich selbst vorhanden, nichtdual, rein, die Essenz absoluter Erkenntnis, makelloser, höchster Friede, ohne Anfang und Ende, jenseits aller Aktivität, im Wesentlichen die Essenz ununterbrochener Glückseligkeit. Der höchste Brahman ist ewig, überwindet alle von Maya gemachten Unterscheidungen. Er ist das Wesen der ewigen Freude, unteilbar, formlos, unermesslich, nicht-manifest, namenlos, unvergänglich und strahlend in sich.

Nach dem Dvaita Vedanta sind die individuellen Seeelen und das Brahman allerdings verschieden.

Upanishaden

Seit den Upanishaden steht das Wort Brahman für das Absolute. Es behielt aber daneben seine ursprüngliche Bedeutung des "heiligen Wortes".

  • Die Maitrayana Upanashad lehrt ein Brahman ohne Worte und ein Wort-Brahman, dessen Silbe das 'OM' ist.
  • Das Hauptthema der 'Mandukya Upanishade' ist die Silbe 'OM', durch die das Geheimnis des Brahman zu einem bestimmten Grad gelüftet wird. Sie bringt das 'OM' in Beziehung zu den Zuständen des Wachens, Träumens,und des Schlafs und gipfelt in einem 'vierten' (Turiya).
  • sarvam khalvidam brahma – wahrlich, alles ist Brahman(Chandogya Upanishad 2.14.1) und weiter : Dieser ist mein Atman im inneren Herzen, kleiner als Reiskorn oder Gerstenkorn oder Hirsekorn oder eines Hirsekornes Kern.....Der Allwirkende, Allwünschende, Allriechende, Allschmeckende, dies All in sich Fassende, wortlose, achtlose, dieser ist meine Seele im inneren Herzen, dieser ist das Brahman, zu dem werde ich, von hier abscheidend eingehen.(Chandogya Upanishade, die ŚĀNDILYA - Lehre : 3.14[1])[2] Hier ist der Atman kleiner definiert als die höheren Körper.
  • In der 'Taittariya Upanishade' II.1, wird das Brahman allgemeiner beschrieben: Wer das höchste Brahma erkennt erreicht höchste Glückseligkeit, und "satyam jnanam anantam brahma" - Dieses Brahma ist ewige Wahrheit (Satyam), allwissend (Jnanam) und unendlich (Anantam).
  • Die Brihadaranyaka-Upanishad beschreibt das Brahman in 1.4.10 als achakshushkam, asrotram, amanah etc., dh. ohne Augen, ohne Ohren, ohne Sprache, ohne Mund und ohne Geist. Sie lehrt in 2.3.1 : In der Tat gibt es zwei Formen des Brahman, nämlich die geschaffene und die ungeformte, die sterbliche und die unsterbliche, die stehende und die gehende, die seiende und die andersweltliche." In 3.8.8 beschreibt sie das Brahman, in dem sie alle Eigenschaften verneint[3].
  • "Zwei sind im ewigen endlosen, höchsten Brahman latent enthalten, Wissen und Unwissenheit. Vergänglich ist Unwissenheit, ewig ist Wissen, aber der Herr als Herr ist der andere.. "Svetashvatara Upanishade, 4:15 15. Er ist in der tat der Schützer der zeit in dieser Welt, der Herr von Allem, verborgen in allen Wesen, in dem die Götter und ebenso die Kenner des Brahman vereint sind. Wer ihn kennt, durchschneidet die Gebundenheiten des Todes.

Puranas

  • 'Die Fähigkeit das Brahman zu erfassen ist die Einzigartigkeit der menschlichen Wesen', Shrimad-Bhagavata Purana [11.9.28].
  • Krishna : "Das aus Cit bestehende ewige Brahman ist sein Teilaspekt. Millionstel Bruchteile von Bruchteilen seiner persönlichen Teilaspekte sind die Brahmas, Vishnus und Maheshvaras (Shivas), die zur Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung (Auflösung) von zahllosen Millionen von Universen, die aus den drei Gunas bestehen, eingesetzt sind." (Padma Purana 115)

Mahabharata

Brahman ist das Höchste, was unzerstörbar ist. Als das Selbst bezeichnet man sein Wesen, und als Karma die schöpferische Kraft, die alles entfaltet und gestaltet. (Mahabharata 6,32)

Bhishma sprach: Wer die Tugend von Nivritti (Nichthandeln) übt, wer sich enthaltsam ernährt und seine Sinne zügelt, der kann zum höchsten Brahman gelangen, das unveränderlich und jenseits der wesenhaften Natur ist. (Mahabharata 12, 229)

"Der Mensch muss zwei Brahmans kennen, das Wort - Brahman und das Höchste; wer das Wort - Brahman handhabt, erreicht auch das höchste Brahman", (Mahabharata, 12)

In der Bhagavad Gita (13.14-17)[4][5] beschreibt Krishna Arjuna das Brahman: Von Sinnesbanden unbeschränkt erglänzt es. Es trägt das All und genießt unberührt jede Eigenschaft. Ist in der Welt und außerhalb der Welt, fest und beweglich, Arjuna. Es ist so fein, dass niemand es gewahrt. Es ist zugleich entfernt und nah. Zerteilt durchdringt es die Wesen und bleibt in Wahrheit ungeteilt. Es erhält ihr Sein durch seine Kraft, schafft und zerstört sie unentwegt. Das Licht der Lichter nennt man es, das jenseits allen Dunkels thront, Erkennen und Erkenntnisziel; in jedes Wesens Herz wohnt es.

Universelle Sicht

Das Brahman entspricht somit dem Tapo-Loka mit den Trimurti, die im Shabda des Shabda-Brahman stehen. Sein SAT oder Nirguna - Aspekt reicht über die Trimurti hinaus bis zu seiner 'Personifikation' als kosmischer Ishvara. Sein Saguna - Formaspekt reicht sogar weiter bis in die mayabehaftete sog. buddhische Ebene (Purusha,Anu,Pranava) und indirekt bis in die Welten der Prakriti herunter. Über dem Brahman ist nach Shankara das Parabrahman.

Literatur

Referenzen

  1. //www.universaltheosophy.com/legacy/movements/ancient-east/vedic-india/chandogya-upanishad/
  2. //de.wikipedia.org/wiki/Brahman_%28Philosophie%29#Brahman_und_Atman
  3. //www.upanishads.kenjaques.org.uk/Brihadaranyaka_Upanishad_Chapter_Three.html
  4. http://www.demetrius-degen.de/religionen/hinduismus/gita5.htm
  5. http://www.ancienttexts.org/library/indian/gita/book13.html

Weblinks