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Bodhicittavivaraṇa

Aus Spiritwiki

Das Bodhicittavivaraṇa (tib. byang chub sems kyi 'grel pa; Darstellung des erleuchteten Geistes) ist ein Arya Nagarjuna zugeschriebener Text mit 112 Versen.

Der Text wurde wurde von dem indischen Abt Gunakara und dem Übersetzer Rapshi Shenyen übersetzt und bearbeitet. Später wurde er vom indischen Abt Kanakavarm und dem tibetischen Übersetzer Patsap Nyima Drak überarbeitet.

Eine englische Übersetzung erfolgte 2006 von Geshe Thupten Jinpa auf der Grundlage des Lesens des tibetischen Wurzeltextes gegen Smriti Jnanakirtis Kommentar (Derge Tengyur : rgyud 'grel Ci, S. 17a-142b) und Gomchen Ngawang Drakpas Kommentar Juwelen Girland (Die gesammelten Werke von Gomchen Ngawang Drakpa, Band ka)

Inhalt

Der Text stellt die höchste erleuchtete Einstellung(bodhicitta) als direkte Verwirklichung der Leere dar. Der positive Ansatz der höchsten Natur entspricht den Sutras und Kommentaren des drittten Rades der Lehre (Dharmacakra)[1].

Das Zhentong mit der Sichtweise 'Leer von anderem' und auch Gö Lotsawa Zhönnu Pel (1392-1481) und sein Schüler, der vierte Zhamarpa Chödrak Yeshé (1453-1524), folgten diesem Ansatz und sehen positive Beschreibungen des Höchsten im dritten Rad als Ergebnis direkter Erfahrung der Leere jenseits der Dualität der Wahrnehmung von Subjekt und Objekt.
Als Vertreter der Mahāmudrā('Grosses Siegel') - Tradition des Dakpo Kagyü wird von ihnen eine höchste Existenz des Geistes, so dass Selbstbewusstheit oder eine vollkommene Natur als Wesenheit existiert, nicht akzeptiert, ähnlich wie im Gelug die Buddhanatur umstritten ist.

In seiner Hellen Lampe(Pradipoddyotana) erklärt Chandrakirti das anfängliche Zitat im Text aus der Perspektive der Vollenduung des Guhyasamaja Tantra.Dabei erklärt er diese Zeilen anhand der sechs Alternativen und vier Modi, die eine Interpretation der Tantras in der indischen exegetischen Tradition darstellen. Nagarjuna beschäftigt sich hier alldings nicht mit dem tantrischen Verständnis des subjektiven Geistes des klaren Lichts sondern mit dem objektiven klaren Licht, mit anderen Worten einem Verständnis der Leere aus dem Blickwinkel des Mittleren Weges des Prasangika-Madhyamika.

  • Mich vor dem glorreichen Vajra-Halter verbeugend, der den erwachenden Geist verkörpert, werde ich hier die meditative Praxis der Erweckung des Geistes erklären, der das zyklische Dasein zerstört:

Der Text beginnt mit einer Anrufung von Vajrasattva, erwähnt in Vers 93 Brahma, Indra und Vishnu sowie die schrecklichen Formen von Rudra, die Leere von den Phänomenen, den Mara der Trübsal und die verschiedenen Bodhisattvas. Er endet mit der Selbstverwirklichung des nicht vergänglichen Nirvana bei Samantabhadra.

Literatur

  • bodhicittavivarana - sanskrit - Indica et Buddhica, Oxford, North Canterbury 2003, Dort unten das Sanskrit-Zip
  • The Bodhicittavivaraṇa : with the interwoven commentary of Ngawang dragpa and the oral commentary of Khensur Kangyur Lobsang thubten / Ilia Durovic, translator ; Nagarjuna, Ngawang dragpa, Khensur Kangyur Lobsang thubten, authors; Bib ID 6607918, Flinders Park, S.Aust. : Jamgon Publishing, 2014 ISBN 9780987142115 (ebook : kindle) 9780987142122 (ebook : epub)

Referenzen

Weblinks