Ödipus

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Oidipous und die Sphinx

Ödipus (altgriech, Oidípous; neugriech. Idípodas; wissender Fuß, geschwollener Fuß) ist eine Gestalt der griechischen Mythologie, über die Sophokles die drei Dramen der thebanischen Trilogie schrieb. Er wurde besonders dadurch bekannt, dass er seine eigene Mutter heiratete(S. Freud) und das Rätsel der Sphinx löste.

Der Mythos wird bereits 700 v. Chr. von Homer in der Odyssee erwähnt. Er hat nebst der Trilogie von Sophokles eine Reihe von Varianten und Fragmenten bei Hesiod, Pindar(9. Nemeische Ode[1]), Ovid(Metamorphosen:Sphinx), Herodot(Historien 4,147), Aeschylus(Oedipus Trilogie), Euripides(Phoenissae[2]), Pausanias und Apollodor sowie in der Erzählung nach Seneca dem Jüngeren.

Mythos

Der Ödipus - Mythos hat sechs große Abschnitte :

Der Fluch

König Laios [gesprochen: La’i’os; 'linksseitig'] von Theben hatte dadurch die Gastfreundschaft des Königs Pelops, eines Sohnes des Königs Tantalos und Bruder der Niobe, missbraucht. Er wollte dessen Sohn Chrysippos('goldenes Pferd'), den Pelops mit der Nymphe Axioche (oder Danais) hatte, entführen und verführen, an dem er Gefallen gefunden hatte. Aufgrund dessen verfluchte Pelops ihn.(Nach Darstellung von Schwab verfluchte ihn der erzürnte Zeus wegen des Entführungsversuchs.)

Laios und seine Frau Iokaste('scheinender Mond') waren lange Zeit kinderlos. Schließlich machte Laios sich auf den Weg zum Orakel von Delphi und erhielt Kunde von Pelops Fluch. Das Orakel sagte: Unterstehe dich je einen Sohn zu zeugen, andernfalls wird dieser seinen Vater erschlagen und seine Mutter heiraten.

Ödipus in Korinth

Als Laios und Iokaste doch unter Alkoholeinfluss den versprochenen Sohn bekamen (U.L. 2) gaben sie das Kind einem Hirten, damit dieser es im Gebirge aussetze. Sie hatten dem Kind sogar die Füße zerstochen, woher der Name „Ödipus“(geschwollener Fuss) stammen soll. Der Hirte hatte Mitleid und gab den kleinen Ödipus einem anderen Hirten, der auf dem Weg nach Korinth('Ornament') war. Die reiche Stadt war bekannt für ihre mit Blattformen verzierten Säulen.

Dort herrschte der König Polybos('reich an Rindern'), ein Sohn des Hermes und der Nymphe Chthonophyle(chtonios : der Erde zugehörig), mit der Königin Merope('mit Gesicht gedreht'?). Als freundliche Menschen nahmen diese Ödipus bei sich auf und behandelten ihn wie ein eigenes Kind.

Ödipus hielt sich daher eine Zeit für einen Sohn von König Polybos. Bei einer Feier wollte ein betrunkener Mann Ödipus beleidigen und sagte zu ihm, er sei ja bloß ein Findelkind. Am nächsten Morgen fragte Ödipus seine Pflegeeltern, ob das stimme. Aber Polybos und Merope mochten ihm nicht die Wahrheit sagen.

Ödipus ging heimlich zum Orakel von Delphi (U.L. 6.1) und befragte die Sybille. Das Orakel sagte nun auch zu Ödipus, er werde seinen Vater töten und seine Mutter heiraten. Ödipus bekam einen großen Schreck und zögerte nach Korinth zurückkehren. Er hielt Polybos und Merope immer noch für seine wirklichen Eltern, und wollte ebensolche schlimmen Dinge verhindern. Daher ging er nach Böotien in die Stadt Theben.

Ödipus tötet seinen Vater

An einer Wegkreuzung begegnete Ödipus einem Wagen, der ihn von der Straße drängen wollte. Als Ödipus sich zu wehren versuchte warf der alte Mann, der im Wagen saß, eine Waffe nach ihm. (Nach einer anderern Version tötete er eines von seinen Pferden). Dieser alte Mann war aber König Laios von Theben(Thebes), den Ödipus natürlich nicht kannte. Ödipus schlug zurück und tötete dabei aus Versehen seinen eigenen Vater.

So hatte sich der erste Teil des Orakelspruches erfüllt, aber Ödipus ahnte noch nichts davon.

Tarot 7 : "Kreon"
Oidipous und die Sphinx

Ödipus besiegt die Sphinx

Nach Laios Tod übernahm sein Schwager Kreon die Herrschaft über Theben. Zu dieser Zeit lauerte die (von Hera geschickte) Sphinx Reisenden in der Nähe von Theben auf. Sie saß auf einem Felsen und stellte den Vorbeikommenden ein Rätsel. Sie verschlang wer es nicht lösen konnte. Ödipus löste das Rätsel, woraufhin die Sphinx sich ins Meer stürzte(Esoterisch: U.L. 7.1:Erde und danach 7.2: Wasserelement). Die griechische Sphinx sitzt aufrecht. Die körpernahen Kräfte werden schon nach oben gezogen. Die Sphinx prüft auf die Reife für den folgenden Pfad der Stufe 8 des universellen Pfades. Ähnlich werden die Pandavas im Mahabharata von Yama geprüft, der die Gestalt eines Kranichs angenommen hat.

So befreite er Theben von der Sphinx und wurde zum König von Theben ernannt. Er erhielt Iokaste, d.h. seine eigene Mutter, zur Frau, mit der er die Zwillinge Eteokles('wirklich wunderschön, zu Recht berühmt') und Polyneikes('großer Sieg') und die Töchter Antigone('gegen Geburt') und Ismene(isme : 'Wissen') zeugte. Ödipus verfluchte seine Söhne anderweitig wegen ihrer Respektlosigkeit ihm gegenüber.

Als die Thebaner später entdeckten, daß Ödipus seinen Vater getötet und seine Mutter geheiratet hatte, wurde er aus Theben vertrieben und seine Söhne regierten Theben.

In Apollodorus, Bibliotheke 3,55[3][4], in Pisander scholium, PEG I,17–19 und bei Pausanias im Epos Oidipodeia wird allerdings eine zweite Gattin des Ödipus Euryganeia als Mutter obiger Kinder erwähnt, die entweder eine Tochter von Hyperphas oder Iocastes Schwester war, und die Ödipus ehelichte, nachdem Iokaste sich erhängt hatte.

Nach Hesiod Eoien.191 soll er mit Iokaste Vater des Phrastor und des Laonytos gewesen sein. Später soll er noch Astymedusa, die Tochter des Sthenelos, geheiratet haben.

Die Seuche

Nach Sophokles brach in Theben eine Seuche aus. Iokastes Bruder König Kreon('Regent, Meister') befragte daher das Orakel. Apollon offenbart, Theben beherberge den wahren Mörder des alten Königs Laios, und dass die Seuche nur dann beseitigt werden kann, wenn dieser entdeckt und für sein Verbrechen bestraft wird(bzw. vertrieben wird). Ödipus schwört, dies zu tun, und erkennt natürlich nicht, dass er selbst das Gräuel ist, dass er auszutreiben geschworen hat.
Die bittere Wahrheit taucht im Verlauf des Stückes langsam auf, als Ödipus mit dem blinden Seher Tiresias aus Delphi kollidiert, der die Wahrheit erkennt und auf Drängen von Ödipus offenbart. Tiresias hatte zwei Schlangen geschlagen und wurde dafür von Hera für sieben Jahre in eine Frau verwandelt. Später musste er in die Unterwelt, wo u.a. er Odysseus beriet und die Toten leitete.

locaste erhängte sich daraufhin an ihrem Schleier, (dem Maya-Schleier - U.L. 9), und Ödipus stach sich mit den goldenen Spangen aus Iokastes Kleid die Augen aus (Apollod. 3.5.8; Soph. Oed. Tyr. 447,713, 731, 774,&c.). In anderen Versionen blendet Ödipus sich.
In Homers Odysse (11ter Gesang) erkennt der Held Epikaste als die verstorbene schöne Königin Iocaste als Schatten in der Unterwelt.

In den neu entdeckten Fragmenten von Euripides wird Ödipus allerdings nicht durch Tiresias sondern von Periboea enttarnt, die in Theben in einem ihr von Ödipus geschenkten und vorher Laius gehörigen Gefährt eintrifft, um ihm vom Tod von Polybos zu berichten[5][6]. Die Thebaner erkannten das Gefährt und Ödipus wurde enttarnt. Es scheint, dass Oedipus dort von Laius, einem Slaven seines Vaters, geblendet wird noch bevor er weiss, dass Laius sein Vater ist. Jocasta überlebt hier und begleitet Oedipus in das Exil.

Tod

Zum Tod des Ödipus gibt es zahlreiche Versionen :

  1. Die Söhne Eteokles und Polyneikes nehmen Ödipus gefangen, um die Schande ihres Vaters vor der Öffentlichkeit verborgen zu halten. Ödipus verflucht daraufhin seine Söhne, die sich später gegenseitig umbringen.
  2. Ödipus verlässt die Stadt und bekommt einen vierten Orakelspruch, der sagt, er müsse an einen bestimmten Ort, wo er sterben werde. Als sie in Kolonos ('Gipfel') eintreffen, bekommt er die Erlösung.
  3. Ödipus übergab die Regierung an Eteokles und verließ zusammen mit seiner Tochter Antigone Theben.[ Apollodor: Bibliotheke. 3, 56.]
  4. Kreon, Bruder der Iokaste, übernahm wieder die Herrschaft und verbannt Ödipus aus der Stadt. Dieser wandert einige Jahre mit seiner Tochter Antigone umher, bis er in Kolonos('Gipfel', Hügel) bei Athen in einem heiligen Hain für Bittsteller von Theseus aufgenommen wird und dort stirbt.[ Sophokles: Ödipus auf Kolonos.]
  5. Ödipus regiert nach dem Tode Iokastes weiter und stirbt in einer Schlacht.[ Homer: Ilias. 23, 679; Odyssee. 11, 275.]
  6. Ödipus stürzt sich aus Verzweiflung in eine Schlucht, die als Tor zum Hades gilt(Homer).
  7. Ödipus verlangt von Kreon, ihn zu verbannen, was auch erfolgt. Seine Bitte, seine Tochter Antigone mitzunehmen, wird von Kreon nicht erfüllt.

Allegorie

Königin Iokaste und König Laios von Theben hatten einen Kinderwunsch. Es wurde ihnen aber vom delphischen Orakle prophezeit, dass sie einen Sohn bekommen würden, der den Vater töten und die Mutter heiraten werde. Die merkwürdige oft auftauchende Befragung des delphischen Orakles hat ihren allegorischen Hintergrund in der Erdelementephase(Typhon u.a.) zu Beginn eines Zyklusses, die auf das Ende des Zyklusses hinweist. Am Ende des ersten Zyklusses wird Ödipus geboren. (Am Ende des siebten Zyklusses wird in anderen Mythen der Filius Philosophorum oder das göttliche Kind geboren.)

Der Weg des Ödipus bis zum Tode von Iokaste('scheinender Mond') entspricht den Stufen 1-9 des universellen Pfades. Ödipus ist allerdings nicht mit Herakles vergleichbar, dessen göttlicher Vater Zeus ist, der einen göttlichen Samen legte. Ödipus ist eine evolutionäre Entwicklung. Er ist die übergeordnete Synthese niederer Kräfte, ähnlich wie der Mentalkörper die Synthese für die astralen und materiellen Kräfte darstellt, bzw. das Akasha-Prinzip der Elemente, ähnlich wie anderweitig der Pandava Yudhisthira.

Iokaste('scheinender Mond') repräsentiert die lunaren zuerst noch mayaverhafteten körpernahen Kräfte. Laios stellt die körpergebundenen solaren Käfte dar. Dessen Neigung zu Chrysippos('Goldenes Pferd') steht für die nach körperlich Edlerem und Schönerem drängenden Kräfte. Entsprechende Schlangenkönige findet man auch in den hinduistischen Puranas. In vielen Mythen stehen ähnliche zu Beginn des Pfades erscheinende Elternpaare auch für den Selbsterhaltungstrieb und den Arterhaltungstrieb.

Der ausgesetzte Ödipus wächst auf der langen Stufe 4 der U.L. in Korinth auf, wo die Echidna - Tochter Chimaira ein Wappentier ist, was auf das Muladhara-Chakra hinweist, und damit auf die körperbezogenen Kräfte, die auf den Stufen 1-6 des universellen Pfades geläutert werden.
(Der mythische Gründer und Erbauer von Korinth bzw. Qorinthos war Sisyphos. Korinth war bekannt wegen seinem Apollon - Tempel(6. Jh.v.Chr) und besonders wegen dem Tempel der Aphrodite mit den 1000 Hetairas(Tempelhuren) für Reiche und mächtige Beamte).

Auf der Stufe 6 kreuzen sich die Wege der Fahrzeuge niederen solaren Kräfte und der höheren Kräfte des Ödipus : Die alten agressiven Kräfte von Laios stellen sich auf dem Pfad entgegen. Sie werden auf Stufe 7 getötet.

Die Lösung des Rätsels der Sphinx steht für das Ende der Stufe 7 des universellen Pfades. Sie stellt die zu reinigenden negativen Aspekte des Prana des Menschen dar(Pranayama), die den Kreislauf des Rades der Wiedergeburten bedingen.

Auf Stufe 8 gebiert Iokaste dann zwei Söhne namens Eteokles('wirklich wunderschön, zu Recht berühmt') und Polyneikes('großer Sieg') sowie die Töchter Ismene(isme : 'Wissen') und Antigone('gegen Geburt').
Beide Söhne sollen sich später in einem Kampf um Theben am siebten Tor gegenseitig umgebracht haben(Dazu auch : Sieben gegen Theben von Aischylos).
Nach Apollodor übernahm Kreon dann die Herrschaft über Theben.

Auf Stufe 9 erhängt Iokaste sich, nachdem sie den Grund des Todes von Laios erfähren hat und ihre vierfache Mutterschaft mit dem von ihr ausgesetzten Sohn Ödipus erkennt. Ödipus hat sich nun von der niederen Natur gelöst.

Die Stadt Theben symbolisiert das Swadhisthana-Chakra mit seinen 6+1 Toren, dessen Symbol der weiss scheinende Mond ist. Allerdings ist hier auch das dunkle Prana-Maya-Kosha.

Der Pfad des Ödipus endet auf dem Gipfel des Sonnen-Zyklusses 7 der Stufe 12(Tarotkarte 12 : Der Gehängte) und beschreibt damit den Vorhof des Tempels der Weisheit.

Literatur

Referenzen

  1. http://www.stefan.cc/books/antike/epinikia.html
  2. http://www.stefan.cc/books/antike/phoinikerinnen.html
  3. http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0022%3Atext%3DLibrary%3Abook%3D3%3Achapter%3D5%3Asection%3D5
  4. http://www.theoi.com/Text/Apollodorus3.html#6
  5. Collard, C. (2004). "Oedipus". In Collard, C., Cropp, M.J. & Gilbert, J. Euripides: Selected Fragmentary Plays, Volume II. Aris & Phillips. pp. 108–110. ISBN 9780856686214.
  6. Collard, C. & Cropp, M. J., ed. (2008). Euripides Fragments: Oedipus–Chrysippus; Other Fragments. Harvard University Press. pp. 9–27. ISBN 9780674996311.

Weblinks