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Edward Conze

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Edward Conze bzw. Eberhart (Edward) Julius Dietrich Conze (* 1904 London Borough of Lewisham; † 1979 in Yeovil, Somerset) war ein Philologe und Buddhismuskundler, der sich intensiv mit dem Mahayana - Buddhismus und desse Prajnaparamita-Literatur beschäftigte und eine Reihe von diesbezüglichen Büchern und Übersetzungen schrieb.

Werdegang

Edward Conze wurde 1904 in London als Kind deutscher Diplomaten geboren, wodurch er auch die britische Staatsbürgerschaft hatte. Die Eltern Dr. Ernst Conze (1872–1935) und Adele Louise Charlotte Köttgen (1882–1962) stammten beide aus Familien der Textilindustrie in der Region Langenberg. Sein Vater Ernst Conze promovierte in Jura und diente im Auswärtigen Amt und später als Richter. Er war zur Zeit von Edward Conzes Geburt Vizekonsul und hatte somit die britische Staatsbürgerschaft.

Edward Conze studierte in Deutschland an den Universitäten von Tübingen, Heidelberg, Kiel, Köln und Hamburg Philosophie, Psychologie und Indologie. 1928 promovierte er bei Max Scheler (Titel der Dissertation: Der Begriff der Metaphysik bei Franciscus Suarez, S.J.). In seiner heidelberger Zeit kam Conze als Marxist erstmals bei Max Walleser (1874–1954) mit dem Buddhismus in Berührung.

Edward Conze war Doktorand an mehreren deutschen Universitäten und veröffentlichte 1932 den Satz vom Widerspruch, den er als sein Meisterwerk betrachtete. Da es sich um ein marxistisches Werk zur Theorie des dialektischen Materialismus handelte, erregte es feindliche Aufmerksamkeit bei den Nazis, und die meisten Exemplare wurden im Mai 1933 im Rahmen einer Kampagne des Deutschen Studentenwerks öffentlich verbrannt.
In den frühen 1930er Jahren assoziierte Conze Aktivitäten für die Kommunistische Partei Deutschlands und half ihnen, diese zu organisieren.
Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, floh er nach Großbritannien., wo er durch seine Bekanntschaft mit Har Dayal und den Schriften von D. T. Suzuki wieder mit dem Buddhismus in Kontakt kam.
In England unterrichtete Conze abends Deutsch, Philosophie und Psychologie und hielt später Vorlesungen über Buddhismus und Prajñāpāramitā an verschiedenen Universitäten. Die US-Einwanderungsbeamte verweigerte ihm aufgrund seiner Vergangenheit als Kommunist eine Arbeitserlaubnis.

Im Jahr 1941 nahm er den Buddhismus als Religion an, nachdem er zuvor von Dr. Suzuki's Theosophie und Astrologie beeinflusst worden war. Er verbrachte eine kurze Zeit im New Forest, um zu meditieren und einen asketischen Lebensstil zu führen, wobei er Skorbut entwickelte. Am Ende dieser Zeit zog er nach Oxford, wo er anfing, bis zum lebensende an Sanskrit-Texten aus der Prajñāpāramitā-Tradition zu arbeiten.

1946 begann Conze mit der Übersetzung des Herz-Sutras seine Übersetzungstätigkeit im Bereich der Prajnaparamita-Literatur. Vorher waren nur wenige Teile davon, u. a. durch I. J. Schmidt und Eugène Burnouf, in westliche Sprachen übersetzt worden.

Edward Conze empfand sich zwar selbst als Buddhist, weigerte sich aber, die buddhistischen Kulturen in Asien zu besuchen, da er sich bewußt war, daß seine Ideale kaum der Realität jener Länder standhielten, in denen man sich offiziell zu ihnen bekannte.

Conze war zuerst mit Dorothea Finkelstein verheiratet, von der er eine Tochter hatte. Später war er mit Muriel Green[1] verheiratet.

Zwischen 1963 und 1973 hatte Conze verschiedene Ernennungen zum Gastprofessor in den USA, Kanada und Deutschland inne.
1979 veröffentlichte Conze zwei Memoirenbände mit dem Titel 'Memoirs of a Modern Gnostic'. Diese Memoiren sind die Hauptquellen für Conzes Biografie.

Bücherauswahl

  • Der Satz vom Widerspruch. Zur Theorie des dialektischen Materialismus. (Hamburg 1932; Neuauflage mit einer historischen Skizze zum Werk Conzes von Joachim Schumacher, Frankfurt 1976, ISBN 3-8015-0137-X)
  • Buddhism. Its Essence and Development. (London 1951) - deutsch.: Der Buddhismus. Wesen und Entwicklung. 10. Aufl. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1995, ISBN 3-17-013505-8, (Kohlhammer-Urban-Taschenbücher Bd. 5)
  • 1956 : Buddhist meditation. London: Ethical & Religious Classics of East & West.
  • Im Zeichen Buddhas. Fischer Bücherei, Frankfurt am Main u. a. 1957, (Fischer-Bücherei 144)
  • 1960 : The Prajñāpāramitā Literature. Mouton. Second Edition: [Bibliographica Philogica Buddhica Series Maior I] The Reiyukai Library: 1978
  • 1967 : Materials for a Dictionary of the Prajnaparamita Literature, Edward Conze, Suzuki Research Foundation 1967, ASIN: B000G30FCE
  • Buddhist Thought in India. Three Phases of Buddhist Philosophy. (London 1962); deutsch: Buddhistisches Denken. Drei Phasen buddhistischer Philosophie in Indien. 2. Aufl. Suhrkamp (st 1772), Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-38272-1, (Conzes Hauptwerk in der Nachkriegszeit)
  • Thirty Years of Buddhist Studies. (Oxford 1967)
  • 1973. The Large Sutra of Perfect Wisdom. University of California Press.
  • 1973. The Perfection of Wisdom in Eight Thousand Lines and its Verse Summary. San Francisco: City Lights, 2006.
  • 1973. Perfect Wisdom: The Short Prajñāpāramitā Texts. Buddhist Publishing Group.
  • Further Buddhist Studies. (Oxford 1975, ISBN 0-85181-009-8)
  • Eine kurze Geschichte des Buddhismus. Insel (it 3090), Frankfurt am Main u. a. 2005, ISBN 3-458-34790-9
  • The Memoirs of a Modern Gnostic: Politics, people and places, Teil 2, AutorEdward Conze, Verlag Samizdat Publishing Company, 1979

Literatur

Referenzen

Weblinks