Ashtanga Yoga

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Asthanga - Yoga

Patanjali war ein indischer Gelehrter, der als Verfasser der bekannten Yogasutras gilt. Er hatte auf das Samkhya aufbauend zu seiner Zeit in seinen Yoga-Aphorismen versucht, den Yoga zu systematisieren und das Samkhya um den Ishvara erweitert.

Historische Grundlage

Ein Großteil dieses Yoga wurde schon lange vorher in der Sandilya - Upanishade des Atharvaveda beschrieben.
Dieser achtfache Pfad wird auch im Yoga Yajnavalkya, in mehreren Upanishaden und in weiteren Schriften wie dem Devi Bhagavatam 7.35, in der Sivasamhita und in der Hathapradipika erläutert.

Der Asthanga - Yoga und der ähnliche Raja Yoga wurde aber nur von einem Teil der Praktizierenden als ein auf einander aufbauender Stufenweg verstanden. Direkte Techniken sind das Singen von Mantras, Yogastellungen, das Pranayama und die OM-Meditation.

Der Asshtanag-Yoga ist eine im Advaita-Vedanta gängige Praxis :
"Ashtanga Yoga--Yama, niyam, aasan, praanayaam, pratyaahaar, dhaarnaa, dhyaan, samaadhi. Das sind die acht Glieder des Yoga. Ein Guru nimmt einen Schüler nacheinander durch diese. Dafür nimmt der Guru nichts von seinem Schüler. Er tut es aus Freundlichkeit und aus dem Gefühl heraus, etwas Gutes für seinen Schüler zu tun." ( Shree Shankaracharya Swaroopanand Saraswati ( The Illustrated Weekly of India, September 13, 1987 ) vom Shankara - Orden ).

Chakras

Der Stufenweg zum Samadhi

Die acht Stufen des Asthanga - Yoga oder Raja-Yoga werden in vielen Schriften erwähnt und erläutert.

Sie umfassen Stufe 1-16 der 22 Stufen des universellen Pfades.

1. YAMA [1,2] - besteht aus Satya, Ahimsa, Brahmacharya, Aparigraha und Asteya

2. NIYAMA [3,4] - besteht aus Saucha, Santosha, Tapas, Swadhyaya und Ishwara Pranidhana

Die Hathapradipika erwähnt diese Stufen in 'Asanas 16,17' ebenfalls.

Der Raja-Yoga oder Asthanga - Yoga hat somit als Basis eine sittliche Komponente. Hierzu gehört auch das ständige Studium der heiligen Schriften. Dies dient dem Aufbau einer geistigen Einstellung und einer wahren sittlichen Persönlichkeit.

3. ASANA - Kontrolle des Körpers [5,6] - Körperstellungen des Hatha-Yoga und All-Vergegenwärtigung

4. PRANAYAMA - Reinigung der Lebenskraft, des Prana [7,8]. Taoistische Qigong-Übungen haben eine ähnliche Wirkung.

5. PRATYAHARA - Zurückziehen der Sinne [9,10]

6. DHARANA - Konzentration [11,12] , Yogasutras 3.1 : Durch Konzentration ohne Abschweifen des Geistes entsteht Meditation.

7. DHYANA - Meditation [13,14] : "Das beständige Fließen einer einzigen Vorstellung dorthin ist Dhyana", Yogasutras 3.1-2

8. Ishvara - Samadhi (Gottes-Extase) [15,16]

Höhere Stufen

Es folgen weitere Samadhis, der Savikalpa Samadhi(Universelle Lehre 17: Samprajnata oder Sabija)[1] und der Nirvikalpa - Samadhi (U. L. 18: Asamprajnata oder Nirbija), die Erleuchtung mit dem transzendenten kosmischen Bewusstsein, gefolgt vom Sahaja-Samadi(19).

Siddhis

Patanjali warnt auch vor den später auftretenden Siddhis, okkulten Kräften die durch 'Fokussierung des Bewußtseins'(Samaya, d.h. Dharana, Dhyana, Samadhi) erworben werden können und die für viele Strebende einen Anziehungspunkt bilden, die aber auch an niedere Ebenen binden und die Entwicklung behindern können.
Viele Sucher halten diese Kräfte für spirituell. Tatsächlich entsprechen sie aber einer "grossen Leere", welche nur der Mentalebene entspricht. Teils sind sie auch ätherischer Natur und daher ebenfalls mayabehaftet.

Patanjali selbst warnt in Kapitel 3 der Yogasutras:
(37.) Davon kommt intuitives Hören, Gedanke, Sehvermögen, Geschmack und Geruch.
(38.) Te samadhau upasarga vyutthane siddhayah:

Diese gewöhnlichen Siddhis sind Hindernisse beim Erreichen des Zustandes des Samadhi, und sie werden als weltliche Kräfte des Geistes angesehen.

Für den schwarzen Tantriker sind solche Kräfte von besonderer Bedeutung.

Auch ein okkulter Magier kann ähnliche okkulte Fähigkeiten ohne Erleuchtung erlangen.

Der Hinduismus kennt verschiedene Siddhis und unterscheidet wie der Buddhismus zwischen gewöhnlichen Siddhis (Tib. ཐུན་མོང་གི་དངོས་གྲུབ་, Wyl. thun mong gi dngos grub) und höchsten oder ungewöhnlichen Siddhis (Tib. མཆོག་གི་དངོས་གྲུབ་, Wyl. mchog gi dngos grub), die Folge der Erleuchtung sind.

Die Methode

Samadhi Pada I :

27. ॐ Das Mantra des Ishvara ist OM (oder AUM) . Dies ist der göttliche Pranava (Omkara).

28. Durch die Wiederholung des Wortes und durch Reflektion seiner Bedeutung wird der Pfad gefunden.

Referenz : Swami Vivekananda : Raja - Yoga (mit den Yoga - Aphorismen des Patanjali) ; Rascher - Verlag, MCMLXIII

Andere Erläuterungen : Die Silbe OM (Udgitha) wird als Essenz erläutert und meditiert, Chandogya Upanishade

"Erfahren in der Praxis der Konzentration, die Silbe OM wiederholend, immer an mich denkend, erreicht der Yogi das höchste Ziel." (Bhagavad Gita 8,13)

In den ersten Stufen des Asthanga - Yoga wird neben dem erleuchtenden Studium heiliger Texte auch das Singen von Mantras angewendet(anstelle Wiederholung mit einer Mala), um zuerst einmal den Körper zu beeinflussen bzw. um diesen zu läutern, zu harmonisieren und zu reinigen.

Patanjali beschreibt mehrere körperliche Fokuspunkte wie Nabel, Herz, Kurma Nadi, Halsgrube und Scheitel. Nach seinem Konzept genügt die stete Übung in der Ausrichtung auf einen Punkt für Halt, tiefes Wissen und geistige Befreiung:

  • Versenkung in die Herzgegend am Solarplexus (Hrdaya) verstärkt das Wissen über Fühlen und Denken (Yogasutras 3.34)
  • Versenkung in die Halsgrube, wo die Schlüsselbeine aufeinandertreffen (kantha-kupe) stillt Durst- und Hungergefühl (3.30)
  • Versenkung auf das Nabelzentrum (nabhi-cakre) fördert die Intuition (3.29)
  • Konzentration auf den Scheitelpunkt (murdha) stellt die Verbindung zum Höchsten(Ishvara) her (3.32).

Blavatski

(41) "Sie sind ein Stern geworden, das Feuer das brennt aber nicht verbrennt, das Feuer das das Upadhi der Flamme ist. Und dieses, O Yogi des Erfolgs, ist was man Dhyana nennt,(43) der richtige Vorläufer des Samadhi." - Blavatski : Stimme der Stille(PDF) (P.S. Der Stern ist hier auch der Stern zu Bethlehem...[2])

Shivaismus

Die Krama - Richtung des kasmirischen Shivaismusses lehrt ebenfalls die letzten 5 Stufen des Ashtanga-Yoga und setzt die ersten 3 voraus.

“Wenn Du deinen Geist fest in der inneren Wirklichkeit des göttlichen Bewusstseins errichtet hast so ist das 'dharana'. Dieses 'dharana' muss nicht nur innerlich sondern auch in allen Tätigkkeiten des weltlichen Lebens verwirklicht sein. Dies ist wahres 'dharana'." (Netra Tantra)

Literatur

Siehe auch

Referenzen

  1. http://www.sivanandaonline.org/public_html/?cmd=displaysection&section_id=927&format=html
  2. http://universelle-lehre.de/universeller-pfad/christentum.html

Weblinks


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